Eine Stadt in einem 15-Millionen-Jahre-alten Krater
Nördlingen liegt im Zentrum des Nördlinger Ries, eines rund 24 bis 26 Kilometer breiten Einschlagkraters, der vor etwa 14,6 Millionen Jahren durch einen Meteoriteneinschlag entstand. Dass es sich tatsächlich um einen Impaktkrater handelt und nicht, wie lange vermutet, um einen erloschenen Vulkan, wurde erst 1960/61 durch den Nachweis von Suevit-Gestein wissenschaftlich bestätigt. Viele Gebäude der Altstadt, darunter Teile der Georgskirche, sind aus genau diesem Gestein gebaut — Nördlingen ist damit buchstäblich aus dem Krater errichtet, in dem es steht.

Die einzige vollständig geschlossene Stadtmauer Deutschlands
Anders als Rothenburg oder Dinkelsbühl, deren Mauern zwar lang, aber nicht durchgehend lückenlos sind, bildet Nördlingens Stadtmauer einen vollständig geschlossenen, begehbaren Ring um die gesamte Altstadt — die einzige Stadt in Deutschland, bei der das noch möglich ist. Eine Runde entlang des Wehrgangs dauert etwa 45 bis 60 Minuten.
Der Blick vom Daniel
Der 90 Meter hohe Kirchturm "Daniel" der Georgskirche lässt sich über 350 Stufen besteigen und bietet von oben einen seltenen Überblick: Bei klarer Sicht ist der kreisförmige Rand des Ries-Kraters am Horizont als sanfter Höhenzug erkennbar — eine Perspektive, die man von unten in der Stadt nicht bekommt.
Praktisch: die ruhigste der drei mittelalterlichen Stationen
Von den drei ummauerten Kleinstädten der Route (Rothenburg, Dinkelsbühl, Nördlingen) hat Nördlingen historisch das geringste Tagestouristenaufkommen, obwohl die Sehenswürdigkeit — der Krater selbst — einzigartig ist. Das Rieskrater-Museum direkt in der Altstadt ordnet den geologischen Hintergrund verständlich ein, auch für Besucher ohne Vorkenntnisse.